Pressespiegel:

Wenn der Herrgott net will, nutzt es gar nix

Wieder einmal bescherte das Ensemble Amaryllis seinem Publikum einen Abend voll funkelnder musikalischer Erlebnisse. Unter dem Motto „Gib mir Musik!“ feierten Künstler und Besucher – mit Abstand – den Moment, die Musik und die Chance, das alles zu erleben.

Wenn sie auftreten, dann erwartet die Besucher nicht einfach ein Konzert. Wenn das „Ensemble Amaryllis“ einlädt, um aufzuspielen, dann beschert es dem Publikum einen Abend funkelnder Momente, ebenso fantasie- wie stilvoll verpackt und immer wieder gewürzt mit einem Augenzwinkern. So auch bei einem ihrer ersten Konzerte nach anderthalb Jahren Coronapause. Zu Gast waren sie im Brüderhaus in Gnadenthal. Roland Dilger begrüßte Künstler und Besucher im Namen der Jesus Bruderschaft. Wesentlich mehr Konzertfreunde hätten den Auftritt gern miterlebt, es gab noch viele Anmeldungen, die zunächst unberücksichtigt bleiben mussten. Aber Veranstalter und Ensemble waren froh, überhaupt wieder indoor ein solches Event anbieten zu können. Nun soll es eventuell eine zweite Auflage geben. Wer dabei sein will, sollte sich auf der Homepage des Ensemble regelmäßig informieren. Es lohnt sich!
Amaryllis – das sind: Dorothee Laux, Sopran, Nadja Jamiro, Mezzosopran, Ulrike Jordan, Oboe und Akkordeon, Martin Reuß, Gitarre, und Johannes Stücher, Kontrabass. Die beiden Sängerinnen führten auch diesmal wieder mit Humor, mit Schwung und stets einem Augenzwinkern durchs Programm, das einen weiten Bogen umspannte durch verschiedene Genre.
„Für mich ist dieser Ort ein Ort der Begegnung, der Herzlichkeit, Lebendigkeit“, mit diesen Worten begrüßte Nadja Jamiro die Zuschauer in Gnadenthal und lud sie ein zu einem Abend in Frieden und Empathie. „Wir konnten uns schon gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, ein Konzert zu geben“, so Dorothee Laux. „Für uns ist es das erste Indoor-Konzert seit anderthalb Jahren.“ Und das feierte das Ensemble mit seinem Publikum mit dem Song von Gerhard Schöne „Spar deinen Wein nicht auf für morgen“. Viele schöne bekannte Lieder und Songs waren zu hören – manche schon länger im Amaryllis-Repertoire, aber immer wieder schön, weil voller Lebensfreude: So begeisterte das Ensemble mit „Le soleil et la lune“ die Zuschauer, einem Song von Charles Trénet, der im Handumdrehn mit seiner romantischen Leichtigkeit und seinem unverwechselbaren Charme jeden Raum mit savoir-vivre, dem Flair der französischen Lebensart, füllt. Ein herrlicher Song, der mitreißt… – und den man sich auf der „Schlaflieder“-CD immer wieder anhören kann, so wie viele andere wunderschöne Lieder und Stücke, mit denen die Künstler ihr Publikum erfreuen. Und was wäre ein Amaryllis-Konzert ohne Interaktion mit dem Publikum? Mitsingen ging auf Grund der Corona-Hygienevorschriften nicht, aber summen. Und so summte das Publikum voller Enthusiasmus nach Dirigat von Dorothee Laux den Kanon: „Hejo, spann den Wagen an“. Mit „Wunder gescheh’n“ von Nena gaben die Musiker den Zuschauern ein Stück weit Optimismus mit auf den Weg, ermunterten sie in ihrem Programm, die Hoffnung nicht aufzugeben.
Wer die Auftritte von Amaryllis kennt, weiß, dass ein solcher Abend nicht nur von der musikalischen Professionalität der Musiker lebt, von der Harmonie der Stimmen und Instrumente, von Mimik und Gestik, sondern auch von einem professionellen Programm, das nicht nur dahinplätschert, sondern einer unverwechselbaren Dramaturgie folgt, mit Schwung und Dynamik – und einem überraschenden Moment, dem gewissen Etwas: der Pointe des Abends. Und die präsentierten sie mit einem Stück aus der Feder von Hans Moser, dem berühmten Volksschauspieler mit dem Wiener Schmäh, den Älteren noch bekannt aus Film und Fernsehen aus den 60-er Jahren – in ganz eigener Interpretation, natürlich leicht hessisch angehaucht, aber unglaublich überzeugend: „Wenn der Herrgott net will, nutzt es gar nix…“
So feierten sie das Leben, die Musik, die Chance aufzutreten. Mit ihren Konzerten gelingt es ihnen immer wieder, eine besondere Atmosphäre zu schaffen wie ein wunderschönes Ferien- oder Urlaubserlebnis, das man irgendwie im Herzen festhalten möchte, das einem noch lange in Erinnerung bleibt und das man sich, wenn die Erinnerung verblasst, wie ein Foto nochmal anschauen kann. Und das geht tatsächlich. Denn die CDs von Amaryllis sind erhältlich unter
www.ensembleamaryllisweb.jimdofree.com. Dort informiert das Ensemble auch kurzfristig über seine bevorstehenden Auftritte, also reinschauen, anmelden, hingehen und genießen.


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Autor*in


Gundula Stegemann

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