Portrait:

Rita Friederich-Koch


Im Advent 1988 habe ich mit 38 Jahren in einer heftigen Lebenskrise zum Glauben an Jesus Christus gefunden und dann eine Gemeinde oder Gemeinschaft gesucht, in der ich diesen Glauben leben konnte. Ein befreundetes Ehepaar wies mich auf die Jesus-Bruderschaft hin und besuchte mit mir gemeinsam auch einen Gottesdienst, der mich sehr anrührte. Das muss 1990 oder 1991 gewesen sein. So wurde Gnadenthal mein persönlicher Zufluchtsort. Wann immer es möglich war, besuchte ich den Frühgottesdienst in der Klosterkirche oder den Sonntagsgottesdienst im Brüderhaus. Die Türen standen für Gäste immer offen, und ich konnte einfach dabei sein. Das tat wohl.

2004 hat Br. Franziskus dann meinen Mann und mich in der Klosterkirche getraut. Das schuf noch einmal eine besondere Nähe zur Jesus-Bruderschaft.
Allerdings ist eine Kommunität eine geschlossene Lebensgemeinschaft, anders als eine Gemeinde, in die man einfach eintreten kann. So fühlten wir uns zwar immer willkommen, blieben aber Gäste.

Als sich dann im Jahr 2008 die Weggemeinschaft zu formieren begann, waren wir sofort dabei. Nun konnten wir innerhalb einer dezentralen Mitgliedschaft verbindlich dazugehören. Da wir in Bad Camberg leben, sind wir direkt vor Ort und können so auch spontan Aufgaben übernehmen, wenn es irgendwo „brennt“.

Heute besteht die Weggemeinschaft aus 48 Mitgliedern, die in ganz Deutschland und zum Teil auch in der Schweiz leben. Wir geben bei unserem Eintritt vor Gott und den Geschwistern für jeweils fünf Jahre das Versprechen ab, die spirituellen und auch ganz praktischen Anliegen der Bruderschaft mitzutragen und je nach persönlicher Möglichkeit zu unterstützen. Zu diesem Kreis dazuzugehören und im Leitungsteam auch mitverantwortlich zu sein, macht mir große Freude.

Nach 40 Jahren als Lehrerin bin ich nun seit vier Jahren im Ruhestand und genieße es, einfach Zeit zu haben: für mich selbst, für Menschen, für weitere Aufgaben in der Jesus-Bruderschaft und …

Ein schönes Amt ist es auch, Besuchergruppen durch Gnadenthal zu führen und ihnen die Geschichte des Ortes zu erklären, die 1235 mit der Gründung des Zisterzienserinnenklosters begann. Erstaunlich finde ich es, wie nach Auflösung des Klosters in der Reformation, nach Krieg und Pest im Dreißigjährigen Krieg, nach Jahrhunderten als Staatsdomäne und schließlich seit 1936 als Bauerndorf, 1969 das geistliche Leben mit der Jesus-Bruderschaft wieder neu nach Gnadenthal einzog.

Viele Menschen kommen gerne hierher. Sie spüren etwas von der Kraft des Glaubens, die ihnen wohltut und sie stärkt.

Rita Friederich-Koch


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