Portrait:

Familiengemeinschaft

Acht Jahre ist es nun her – unsere älteste Tochter Marlene war gerade erst geboren –, als wir die Fühler nach Gnadenthal ausstreckten und zum ersten Mal am Familienforum im Sommer teilnahmen. Eigentlich hatten wir es uns als Familie in Frankfurt schön eingerichtet und uns in unseren Rollen zurechtgefunden. Aber es gab in uns diese Sehnsucht nach dem „mehr“: mehr Gemeinschaft im Alltag, mehr geteiltes Leben auch im Glauben und letztlich auch die Suche nach mehr Heimat. Die Gastfreundschaft der Jesus-Bruderschaft, das aufrichtige Interesse an uns, an unseren Fragen und Anliegen und natürlich auch die Schönheit des Ortes hinterließen Spuren, denen wir in den folgenden Jahren immer wieder folgten: zunächst auf weiteren Familienforen und bei stillen Wochenenden bei den Brüdern.

2016 nahmen wir zusammen mit anderen jungen Familien am „Experiment Gemeinschaft“ in Gnadenthal teil, ein Jahr zuvor war Samuel zu unserer Familie dazugekommen. Dort entwickelte sich eine Verbundenheit, die außergewöhnlich war: Wir hatten gleichermaßen tiefe Austauschgespräche wie lustige Abende, Spaß und Bereicherung durch die gemeinsame Kinderbetreuung und immer wieder die Frage nach dem Gesamtentwurf unseres eigenen Familienlebens. Auch das Miteinander mit den Gnadenthaler Paaren, die das Experiment Gemeinschaft auf die Beine stellten, erfüllte uns mit Staunen und Dankbarkeit.

Es sollte noch drei Jahre dauern, bis wir uns entschlossen, diesen Eindrücken hierher zu folgen und eine kleine Wohnung in der Nähe der Goss in Bad Camberg zu beziehen. Seit März letzten Jahres bereichert außerdem die kleine Anna als unser drittes Kind das Familienleben. Anfang 2021 wurden wir dann offiziell in die Familiengemeinschaft der Jesus-Bruderschaft aufgenommen.
In Gnadenthal fühlen wir uns willkommen und angenommen. Die große Gastfreundschaft und gegenseitige Anteilnahme sind große Schätze in der Kommunität, die wir ebenfalls üben wollen. Wir freuen uns, dass auch unsere Kinder hier in vielfältigen Beziehungen aufwachsen, geschwisterliche Liebe erfahren und geistliche Wurzeln schlagen können. Regelmäßige Gebetszeiten und Feste geben dem Leben einen Rahmen und einen Rhythmus.

Sehr bewegt hat uns die große Anteilnahme, mit der die Gemeinschaft die Krebserkrankung und schließlich das Sterben von Christoph Hinz begleitet hat. Ihm fühlten wir uns als Musiker besonders verbunden; Maria hatte in ihrer Kindheit sogar einige Musikfreizeiten mit ihm erlebt. Wenn wir nun im Gottesdienst in Gnadenthal musizieren, versuchen wir wenigstens ein bisschen die Lücke auszufüllen, die er bei der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste hinterlassen hat.

Besonders liegt uns das Thema der Einheit auf dem Herzen. Als gemischt konfessionelle Ehe fühlen wir uns in der Jesus-Bruderschaft gut aufgehoben. Wir halten es für eine der großen Herausforderungen unserer Zeit, wie Gemeinschaft gelebt werden kann, ohne sich durch Abwertung anderer zu definieren. Die Jesus-Bruderschaft nimmt beide Pole in den Blick: Den Wert der eigenen Gemeinschaft und die Wertschätzung der anderen. Wenn Jesus die Mitte ist, können die umgebenden Kreise weit sein.


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