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Kloster auf Zeit bei den Schwestern

Kloster auf Zeit bei den Schwestern

Es ist mein letzter Abend bei den Schwestern im Kloster Gnadenthal. Ich sitze in der Kapelle im Schwesternhaus und blicke mit Gott zusammen auf die vergangenen sechs Wochen zurück.
Als ich hier kurz vor dem Mittagsgebet ankam und mit meinen Eltern mein Gepäck in die KaZ-Wohnung gebracht habe, konnte ich nicht erahnen, was alles auf mich wartet.
Anfangs war ich die einzige Mitlebende bei den Schwestern und hatte so Zeit, diese und auch die Abläufe im Haus kennenzulernen. Die erste Woche war sehr ruhig und ich habe die Stille genossen. Zur Ruhe kommen und abschließen, was ich an unnötigem Ballast mit ins Kloster genommen hatte; mich an den Wechsel von Arbeit und Gebet gewöhnen und die freie Zeit genießen lernen. Was aber besonders wichtig war: mir selber Zeit geben. Ich muss nicht von heute auf morgen ein perfektes Glaubensleben haben, nur weil ich im Kloster bin.
In meiner zweiten Woche habe ich dann eine wundervolle Mitbewohnerin bekommen. So gut die Zeit alleine zum Ankommen war, so viel schöner war es jetzt nicht mehr alleine in der Wohnung zu sein und Frühstück und Abendessen mit jemandem teilen zu können. Ich danke Gott für diese Fügung, denn wir zwei Mitlebende verstehen uns wirklich super und hatten viele tiefgehende, aufmunternde und impulsgebende Gespräche, von denen ich keines missen möchte.
Gespräche sind Nahrung für die Seele und ein Weg Gottes mit uns in Kontakt zu treten. So durfte ich immer wieder von dem Reichtum an Erfahrungen bei den Schwestern und ihrem spürbar tief verankerten Glauben profitieren. Durch sie hat Gott zu mir gesprochen. Sie leben vor, wie ein geistliches Leben aussehen kann. Dabei geht es in erster Linie für mich nicht um das verbindliche gemeinsame Leben, sondern um die Art den Glauben in Worten, liturgischen Formen und zwischenmenschlichen Handlungen zum Ausdruck zu bringen. So viel Dankbarkeit gegenüber Gott, aber auch gegenüber den Mitmenschen, habe ich noch nirgendwo sonst erlebt. So viel Offenheit, echtes Interesse, Begeisterung, Mitfühlen, Nächstenliebe, …
Und so viel Freude, Lockerheit und Spaß hatte ich wohl nicht erwartet. Die Schwestern verstehen sich darauf einen würdigen Geburtstag vorzubereiten und dabei das Lachen nicht zu kurz kommen zu lassen. Jede hat ihren ganz eigenen Humor und die Gemeinschaft macht daraus ein hervorragendes Repertoire für jede Situation.
Ich bin sehr dankbar für die vielseitige Zeit bei den Schwestern. Ihr habt mich wunderbar aufgenommen und ich durfte mich als Teil eurer Gemeinschaft fühlen. Das Wort „Mitleben“ wird bei euch sehr wörtlich genommen und der Reichtum an Momenten, in denen ich in euren Leben mit dabei sein durfte und die ihr mit mir geteilt habt, wird mich noch lange tragen. Und auch wenn ich nicht sagen kann, ob und wann wir uns wiedersehen, so seid doch gewiss, dass ich euch in meinem Herzen mitnehme. Und, so Gott will, wird das sicherlich nicht mein letzter Besuch in Gnadenthal sein.
Danke! Danke für all das, was ihr mir bewusst und unbewusst mitgegeben habt.


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