Pressespiegel:

Klimaschutz und Landwirtschaft zum Anfassen

„Der beste Ausflug ever“, so das Fazit eines Mädchens mit strahlenden Augen. „Wann kommen wir wieder?“
Auf die Frage, was besonders toll war, antwortet ein Junge begeistert: „Alles!“ – Während die einen versuchen, ihre Schüler freitags in der Schule zu halten und wieder zur Teilnahme am Unterricht zu bewegen, sind andere schon einen Schritt weiter: Sie verlegen einfach das Klassenzimmer in die Natur – nach Gnadenthal. Klimaschutz zum Anfassen gibt es hier im Biolandbetrieb Hofgut Gnadenthal der Jesus-Bruderschaft. Hier können sich die Schüler mit den Grundlagen von Öko, Bio, von Natur- und Klimaschutz vertraut machen. Denn: Auch Kinder, die auf dem Land groß werden, haben heutzutage kaum mehr Vorstellungen als Stadtkinder davon, woher genau ihre Nahrungsmittel kommen und wie sie eigentlich entstehen. Auch sie haben heute kaum landwirtschaftliche Erfahrungen oder Kontakt zu Bauernhöfen. Dies zu ändern haben sich Sander Hoogendam, Sebastian Stenzel und Philipp Mühlau von der Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal auf die Fahnen geschrieben: Sander Hoogendam als Konzeptentwickler für Bildungsangebote in der Landwirtschaft, Sebastian Stenzel als Hausleiter des Nehemia-Hofs und Philipp Mühlau als Jugendreferent. Im Nehemia-Hof bietet die Jesus-Bruderschaft bereits seit vielen Jahren verschiedene erlebnispädagogische Angebote rund um Umwelt und Natur an. Dieses soll jetzt erweitert werden – zunächst 2020 in Kooperation mit der Schule im Emsbachtal aus Niederbrechen als Pilotprojekt, ab 2021 sollen Kooperationen mit weiteren Schulen folgen. Unterstützt wird das Projekt von Verena Nijssen vom Klimaschutzmanagement im Landkreis Limburg-Weilburg.
„Wir wollen den Kindern im Biolandbetrieb Hofgut Gnadenthal klimaschutzrelevante Themen vermitteln“, so Sander Hoogendam. „Wir zeigen ihnen, wo und wie in ihrer Umgebung im natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten Lebensmittel entstehen. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir darüber hinaus mit ihnen Nachhaltigkeitsthemen vor allem in Bezug auf Konsum, ökologische Tierhaltung und Landnutzung sowie Gerechtigkeit.“ Von der Vermittlung dieser Inhalte sollen nicht nur die Kinder selbst profitieren, so das Anliegen, vielmehr soll mit der Förderung dieses Wissens auch ein Beitrag zum nachhaltigeren Konsumverhalten der Bürger und Verbraucher der nächsten Generation geleistet werden. Zudem sollen die Schüler Kompetenzen entwickeln, um die gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Generation mitzugestalten. Insbesondere gehe es darum, die Schüler in die Lage zu versetzen, ihr Wissen über nachhaltige Entwicklungen langfristig anzuwenden und Probleme der nicht nachhaltigen Entwicklung zu erkennen. Die Inhalte der Bildungsangebote in der Landwirtschaft werden dabei auf die Anforderungen des Lehrplanes in Absprache mit den Pädagogen jeweils abgestimmt, so Hoogendam. Dadurch werde der schulische Unterricht, Schwerpunkt Sachunterricht, erweitert und bereichert sowie durch Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis lebendiger und greifbarer gemacht.
Je nach Altersgruppe bietet die Jesus-Bruderschaft verschiedene Programme an. Einen ersten Ausflug, bevor das Projekt nächstes Jahr losgeht, machten die dritten Klassen der Schule im Emsbachtal. Eingebettet in das Thema Erntedank wurden die Schüler an die Thematik herangeführt. Gesponsert wurde dieser Ausflug von der Kreissparkasse Limburg sowie vom Hessischen Bauernverband mit Mitteln aus dem Klimaschutzplan Hessen 2025. Im Rahmen einer Rallye erkundeten die Schüler das Hofgut als landwirtschaftlichen Betrieb und seine Umgebung als Lebensraum. Ihre Aufgabe: die Zutaten für Waffeln und Bratäpfel zu sammeln – vom Getreide, aus dem das Mehl hergestellt wird, über einen Besuch im Kuhstall, wo die Schüler selber melken üben konnten und als Belohnung Sahne für das Butterschütteln erhielten, sowie ein Besuch bei den Hühnern, wo sie Eier zusammengetragen – bis hin zum Apfelbaum, wo sie Äpfel eingesammelt haben.
Am Nachmittag füllten die Schüler ihre Bratäpfel, die anschließend in einer großen Pfanne im offenen Feuer gebraten wurden. Gemeinsam mit ihren Lehrern Annette Wolaschka, Franziska Schäfer und Benjamin Borsch verarbeiteten sie anschließend die anderen eingesammelten Zutaten zu leckeren Waffeln.
Rund 70 Schüler der dritten und sechsten Klassen der Schule im Emsbachtal Niederbrechen haben an den Auftaktveranstaltungen auf dem Biolandbetrieb Hofgut Gnadenthal teilgenommen, welche durch die Erfahrungen im nächsten Jahr zu einem größeren Bildungsprojekt ausgebaut werden sollen.


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Gundula Stegemann

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