Pressespiegel:

Gnadenthal an der Milchstraße

Gnadenthal, der idyllische kleine Ort im Wörsbachtal, zwischen Bad Camberg und Limburg, liegt jetzt an der Hessischen Milch- und Käsestraße – dank Sander Hoogendam. Seit einem Jahr lebt er mit seiner Frau Anna in Gnadenthal bei der Jesus-Bruderschaft und entwickelt als Projektleiter neue Tourismus- und Bildungsangebote – sein Traumjob, wie er sagt.
Sander Hoogendam und seine Frau Anna hatten schon seit Längerem mit dem Gedanken gespielt, sich einer christlichen Lebensgemeinschaft anzuschließen. Beim Communio-Forum, bei einem Austausch-Wochenende von Mitgliedern unterschiedlicher christlicher Gemeinschaften und Menschen, die sich für ein Leben in Gemeinschaft interessieren, hatte man ihnen die Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal schon mal ans Herz gelegt. Dort hatten sie erwähnt, dass sie sich für ökologische Landwirtschaft und Bildung auf dem Bauernhof interessieren. „Und dann entdeckte ich die Stellenanzeige der Jesus-Bruderschaft“, erzählt Sander Hoogendam. „Ich war sofort begeistert. Es hat sich wie mein Traumjob angehört und passte so gut zu unseren Interessen, Erfahrungen und meinem Studium“, sagt der 28-Jährige mit einem sympathischen Lächeln – und diesem unverwechselbar charmanten Akzent, der den Niederländern so eigen ist.

Aufgewachsen ist er in Holland. „Meine Eltern hatten eine Landschaftsgärtnerei, sind aber jetzt Verwalter-Ehepaar auf einem historischen Gut mit Museum und Gartenanlage. Sie waren schon immer an ökologischen Themen interessiert und sind zum Teil Selbstversorger“, erzählt er voller Begeisterung. „Ich bin also aufgewachsen mit vielen Nutz- und Haustieren und einem großen Garten.“ So verwundert es nicht, dass er neben seinem Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität in Wageningen, Niederlande, sich auch mit ökologischer Landwirtschaft sowie mit Didaktik und Bildung beschäftigt, schließlich Sozialwissenschaft und Naturwissenschaft kombiniert und sein Studium mit dem Master für ökologische Agrarwissenschaft abgeschlossen hat. Seine Masterarbeit hat er über soziale Bauernhöfe in den Niederlanden geschrieben. Als er in Frankreich war, um in einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb Praxiserfahrungen zu sammeln, traf er Anna aus Deutschland, die dort ihr freiwilliges soziales Jahr absolvierte und inzwischen mit ihm verheiratet ist. Sie hat ihren Bachelor in den Ökologischen Agrarwissenschaften an der Universität Kassel am Außenstandort Witzenhausen gemacht. So zog er nach Deutschland.
„Im Masterstudium hat mich das Thema ‚Soziale Landwirtschaft‘ fasziniert“, erzählt er. „Eine Landwirtschaft, die neben der Lebensmittelproduktion Ort und Raum gibt für ganz unterschiedliche Menschen aus der Gesellschaft: Menschen mit Pflegebedürfnissen, psychischen Erkrankungen, oder auch Kinderbetreuung, schwer erziehbare Jugendliche, die im Schulsystem nicht zurechtkommen und am Bauernhof ihren Schulabschluss machen können.“ Sein berufliches Praktikum hat er auf einem Bio-Bauernhof gemacht, auf den ungefähr 130 Menschen mit Betreuungsbedarf regelmäßig kamen. Dort gibt es Tagesbetreuung für Senioren mit Alzheimer und für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen sowie Wochenendaufenthalte für Kinder mit Autismus. Im Rahmen eines Projektes hat er da einen Erlebnisgarten entwickelt.

Was ihn an Gnadenthal reizt? „Die Arbeit… Wohnen und Leben in einer ländlichen Umgebung mit viel Natur“, sagt er. Das Hofgut Gnadenthal bietet viele Möglichkeiten: Umweltbildung, erlebnisorientierte Landwirtschaft, Touristik. All das will der Niederländer weiterentwickeln und hat auch schon viele Ideen. Die touristische Anbindung an die hessische Milch- und Käsestraße konnte er bereits erfolgreich realisieren. Und schon jetzt beteiligt sich das Hofgut an der Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“. Momentan beschäftigt er sich intensiv mit den Vorstellungen der Jesus-Bruderschaft, um touristische und Bildungsangebote neu- und weiterzuentwickeln. Insbesondere das Thema „Klimaschutz“ will er noch stärker einfließen lassen. Das Hofgut und sein Umfeld sollen außerschulischer Lernort werden – für Schulausflüge, Projekttage, Tagesbesuche. Ein Pilotprojekt mit der Schule im Emsbachtal Niederbrechen läuft bereits. Darüber hinaus sucht Sander Hoogendam weitere Kooperationspartner, insbesondere auch Schulen aus der Region. Auch für Erwachsene will die Jesus-Bruderschaft Angebote schaffen. So sind ab Sommer und Herbst 2020 an verschiedenen Wochenenden Einkehrtage zum Thema Landwirtschaft und Jahreszeiten im Haus der Stille geplant. Ein weiteres Ziel ist die Zertifizierung als Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung. In diesem Zusammenhang will der 28-Jährige neue Angebote entwickeln zum Thema Klimaschutz, Boden und Biodiversität. Außerdem will er Angebote für Tagesbesuche für Privatpersonen mit Kindern und Enkeln schaffen – mit Ferienprogramm und offenen Veranstaltungen. Ab März 2020 startet das Projekt „Kids Farm“, bei dem Kinder an neun Terminen miterleben können, was übers Jahr auf dem Bauernhof los ist. Sie haben dann Gelegenheit, selbst mit anzupacken: zu pflanzen, zu ernten, Kälbchen beim Wachsen zuzuschauen, aus selbst Angebautem selbst etwas zu kochen und zu backen, Bienen, Schafe und Hühner zu erleben. Und auch jetzt schon kann man Kindergeburtstage im Hofgut feiern.

Und privat? „Wir fühlen uns sehr wohl, wurden von Anfang an sehr herzlich aufgenommen. Anfangs waren wir hier an einem Wochenende zum Kennenlernen der Gemeinschaft. Das ging ganz unkompliziert: Wir haben bei einer Familie der Jesus-Bruderschaft übernachtet und waren gleich bei verschiedenen Mitgliedern der Gemeinschaft zum Essen und Kennenlernen eingeladen.“ Inzwischen wohnen Sander und Anna Hoogendam in Gnadenthal. Seit September ist sie als Pädagogische Mitarbeiterin auch in Gnadenthal, am Nehemia-Hof tätig. „Wir schauen, ob wir hier Anschluss finden können und ob die Spiritualität, die Organisation und Lebensweise der Gemeinschaft zu uns passen könnte.“ Die Überschneidung von Beruf und Privatem, das Zusammenspiel von Glaubensgemeinschaft, Wohnen und Arbeitsplatz in einem Dorf sei eine interessante Kombination, finden er und seine Frau. „Es gibt eine große Offenheit und viel Raum sich einzubringen und mitzugestalten. Wir merken, dass vieles in Gnadenthal für uns neu war. Wir sind immer noch dabei, uns einen Eindruck zu verschaffen und die Menschen kennenzulernen. Es gibt noch vieles zu entdecken. Die Arbeit passt gut zu mir und es kann gut sein, dass Gnadenthal eine Zukunftsperspektive für uns beide bietet.“ Kontakt unter E-Mail schreiben, weitere Informationen unter www.kloster-gnadenthal.de.


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Gundula Stegemann

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