Rückschau:

Erfahrungsbericht Pua Graubner

Vom fröhlichen Geburten verpassen und der Frage, warum die Milch nicht grün ist

Ich soll Euch von meinem FSJ erzählen!?
Hm, wo fang ich da an?
Es war eine zu lange Zeit, als dass ich jetzt alles erzählen kann.
Und trotzdem möchte ich versuchen, Euch einen Einblick zu geben,
in mein spektakuläres, schönes und herausforderndes Gnadenthal-Leben.
Ich fang bei meiner Arbeit an:
Manch einer kennt die Arbeit mit Grundschulkindern
Und kann daher ganz gut verstehen, dass es unmöglich ist,
alle Fragen dieser Geschöpfe zu mindern.
Auf das Futter zeigend: Ihhh, müssen wir die Kacke da wirklich wegmachen?
Warum ist die Milch nicht grün, obwohl die Kühe doch grünes Gras fressen?
Ehh, kommt die Milch wirklich da unten aus den Zipfeln raus?
Em, jaaa, woher soll sie sonst kommen?
Nach solchen Tagen war ich oft etwas benommen.

ABER ist es nicht ein Privileg, den Kindern die Natur zu erklären?
Und sein Wissen über Kühe, Silage und die Kunst des Melkens zu vermehren?
Vier Stunden durchgehend zu putzen und zu polieren
Und trotzdem, dank eines SUPER-TEAMS, nicht den Spaß zu verlieren?!
Und da bin ich auch schon bei dem größten Geschenk:
Ich hätte mir kein besseres JAHRESTEAM vorstellen können,
wenn ich so zurück denk.

Spontane Wasserschlachten am Bach, Insiderberge erschaffen,
Nacht und Nebelaktionen machen, bis zum Umfallen und völligem
Sauerstoffmangen lachen.
Feste organisieren, sich gegenseitig ganz politisch korrekt über ANSTRENGENDE
Und NERVIGE Kinder informieren.
Nächtelang reden und dabei vergessen, dass man morgens vielleicht doch um
Sechs raus muss.
Zusammen beten (nix muss) oder auf der Himmelsliege chillen,
gemeinsam grillen, mit Vegetariern, obwohl der Grillmeister Gemüse hasst.

Ja, es hört sich nahezu perfekt an. Deshalb ein paar andere Beispiele:
Geburten von mehr als 27 Kälbern verpassen, obwohl man eigentlich schon im Stall lebt.
Von halben Siloballen erschlagen werden, Akkuschrauberaufsatzteile,
die nicht passen.
Müll, der nicht rausgebracht ist, volle Spülmaschinen,
ein Riesenberg von Mist, zwei Tonnen Grünfutter drei Meter nach links
bewegen und dabei noch darauf achten, nicht zu schwer zu heben.
Denn: Pua, lass das die Männer tragen!!! Nicht dass Deine
Gebärmutter platzt! Du willst doch Kinder!
Kühe, die Ihre Kälber nicht trinken lassen, komplett durchgeknallte Rinder.
Kommunikationsmissverständnisse zwischen Leuten, die sich eigentlich
Ganz gut leiden.
Alltägliche WG-Badputz oder eben Nicht-Badputzprobleme , die man
Versucht zu vermeiden.

Da hört sich das Ganze doch schon viel blöder an!
ABER genau in solchen Momenten wurde mir wieder klar, DEIN JAHRESTEAM
Ist und war ein riesen Fang!
Da redet man halt mal direkt und überwältigend ehrlich darüber, was
Einem gerade nicht gefällt.
Und nach kurzer Zeit kann man nicht mehr anders
Und es kommen die netten, zufriedenen Worte hervorgeschnellt!

Also, was kann ich Euch von meinem Jahr erzählen:
Ich lernte Kinder professionell zu bespaßen, einen Haushalt mit vier anderen
Grazien zu führen,
auch in heftig anstrengenden Phasen, nicht die Kraft und Liebe anderen
gegenüber zu verlieren
Kühe melken, Toiletten putzen, Traktorfahren, Klavierspielen oder es
Zumindest versuchen.
Vor Konflikten nicht wegzurennen, draußen zu pennen OHNE danach
Krank zu sein.

Und, und, und … ich könnte jetzt noch viele Dinge, die ich lernte nennen.
Da ich mich aber kurz fassen will, noch ein paar letzte Worte hier und
Dann bin ich still!
ES HAT SICH GELOHNT! Und Gottes Segen hat uns in diesem Jahr
Merklich nicht verschont!
Ich denke zurück mit Dankbarkeit. Wenn Ihr noch mehr wissen wollt,
dann sagt Bescheid!
Vor erstmal ein Pünktchen hier!
Ich muss sagen, die Freude war ganz bei mir!
Um es mit Rebeccas Worten auszudrücken:
Das Jahr war mir ein INNERES BLUMENPFLÜCKEN!
Dankeschön!

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