Portrait:

Br. Franziskus

Christian Hundt im Gespräch mit Br. Franziskus

Br. Franziskus, seit wann lebst du in der Jesus-Bruderschaft?
Im Juli 1972 habe ich ein Lebensschuljahr für Studenten begonnen. Damals lebte ich in Hamburg und studierte Theologie. Zusammen mit drei Brüdern der Jesus-Bruderschaft und einem anderen Studenten lebte ich in der dortigen Kommunität der Jesus-Bruderschaft. Am 31. Mai 1973 wurde ich ins Noviziat aufgenommen.

Was hat dich damals angezogen?
Die Liebe zu Jesus. Ich hatte am Pfingstmosaik teilgenommen und an einer anschließenden SMD-Mitarbeiterschulung in Gnadenthal. Wie da von Jesus gesprochen wurde, hat mich berührt.

Was war ausschlaggebend für die Wahl des Zölibats?
Die Frage nach der radikalen Hingabe und die Begegnung mit den Brüdern und Schwestern der Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal. Als ich im Gebet Gott fragte, ob ich Bruder werden solle, hörte ich immer wieder die Gegenfrage „Hast du mich lieb?“ Diese Frage eröffnete den Raum für meine Entscheidung.

Dann hast du noch eine weitere Entscheidung getroffen und bist Pfarrer geworden.
Und das hatte ich zunächst gar nicht vor. Ich wollte nicht Pfarrer werden, sondern Wissenschaftler. Pfarrer geworden bin ich für die Bruderschaft und um der Bruderschaft willen, um die Verbindung von Bruderschaft und Kirche zu stärken. Um die Bereitschaft dazu musste ich ringen. Im Vikariat habe ich dann zu meiner Überraschung gemerkt, dass Gottesdienste mit der Gemeinde zu feiern mir Freude macht.

Wenn ich auf 47 Jahre Leben in der Jesus-Bruderschaft zurückblicke …
… habe ich bis heute ein erfülltes Leben gehabt mit vielen Phasen des Glücks und auch dunklen Zeiten. In den ersten 10 Jahren bin ich viel rumgekommen: Studium in Hamburg, Vikariat in Berlin, 1981-83 in Amerika – eine unbeschwerte Zeit. Ab 1983 hatte ich dann nach der Profess meinen festen Platz in Gnadenthal mit Aufgaben, auch Konflikten und Chancen wie der Promotion an der Hochschule St. Georgen. Ab der Krise im Jahr 2004 war ich gefragt, Verantwortung zu übernehmen.

Was hat durchgetragen?
Wer hat durchgetragen: Jesus! Als mich in einer bestimmten Situation die Frage umtrieb, ob ich die Jesus-Bruderschaft verlassen solle, machte ich mir klar: Ich werde nicht um der Menschen willen gehen, denn ich bin auch nicht um der Menschen willen, sondern um Jesu willen in die Jesus-Bruderschaft eingetreten.

Im Leben eines Christen ist Leidenschaft …
… notwendig: Leidenschaft für das Reich Gottes.

Wofür schlägt heute dein Herz?
Für die Geschwister der Jesus-Bruderschaft. Für das Eins-werden der verschiedenen Christen und Gesprächsplattformen, die dem dienen z.B. das „Treffen von Verantwortlichen“, „Miteinander für Europa“ und den „Christlichen Konvent Deutschland“. Und für gesunde, stabile Familien.

Wie nimmst du unsere gesellschaftliche Gegenwart wahr? Gibt es eine Resonanz mit dem Charisma der Jesus-Bruderschaft?
Ich nehme unsere Zeit als zunehmend polarisiert wahr. Was hilft? Menschen nicht wegen ihrer Meinung zu verdammen und trotz Gegensätzen beieinander zu bleiben.

Zum Schluss ein Ausblick: Der Jesus-Bruderschaft wünsche ich …
… eine Erneuerung aus der Tiefe, von den Quellen her. Vielleicht auch eine neue Sendung.


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