Pressespiegel:

Besuch in Gnadenthal

Der Biolandbetrieb der Jesus-Bruderschaft macht mit beim „Klimaschutz bei Hofführungen“ und „Bauernhof als Klassenzimmer“, zwei Initiativen der hessischen Landesregierung zur Umsetzung des „Integrierten Klimaschutzplans 2025“. Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter, der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir statteten Gnadenthal deshalb einen Besuch ab, um sich vor Ort ein eigenes Bild über die Umsetzung zu machen.


Nachhaltige Landwirtschaft, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesunde Ernährung sind die Themen der Gegenwart. Die Jesus-Bruderschaft hat die Zeichen der Zeit erkannt und hat dazu ihr Erlebnis- und Bildungsspektrum erweitert – mit einem Angebot im Rahmen der Programme „Klimaschutz bei Hofführungen“ und „Bauernhof als Klassenzimmer“, zwei Initiativen der hessischen Landesregierung zur Umsetzung des „Integrierten Klimaschutzplans 2025“. Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter, der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir, statteten dem Biolandbetrieb Hofgut Gnadenthal einen Besuch ab, um sich über die Aktionen vor Ort zu informieren. „Es ist wichtig, dass Kinder sehen können, woher Lebensmittel kommen und welcher Aufwand dafür betrieben werden muss, um Lebensmittel zu erzeugen“, sagte Volker Bouffier. „Nicht jeder ist in der Lage dies jungen Menschen so zu vermitteln wie das hier der Fall ist.“ Dabei würdigte er auch, wie es der Jesus-Bruderschaft gelinge, Bildung und Ausbildung mit den Themen Landwirtschaft und Klimaschutz zu verbinden. „Wir machen uns Gedanken über die Zukunft der Landwirtschaft und Fragen des Klimaschutzes“, ergänzte Tarek Al-Wazir, „und hier kann man sehen, wie man eines zum anderen bringen kann, wie der Wert von Lebensmitteln vermittelt und geschätzt wird.“ Die Landesregierung wolle die hessische Landwirtschaft unterstützen, damit sie die wachsenden Anforderungen an Umwelt- und Tierschutz erfüllen und gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten kann.

Im Rahmen einer Führung erkundeten Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir gemeinsam mit Schülern einer sechsten Klasse der Schule im Emsbachtal aus Niederbrechen den Kuhstall, während Schüler aus der dritten Klasse parallel dazu alles rund um das Thema Schafe erfuhren. Auch diese Gruppe wurde von den beiden Politikern besucht. Gemeinsam mit ihnen schüttelten die Schüler schließlich Sahne zu Butter, die sie anschließend auf Brote strichen und sich bei einem gemeinsamen Imbiss schmecken ließen.

In Gnadenthal lernen Kinder schon früh, welche Auswirkungen der Klimawandel auf den Alltag hat und wie jede und jeder einen Beitrag dazu leisten kann, CO2 zu sparen. Das aktuelle Angebot richtet sich an Pädagogen und Schüler verschiedener Altersstufen. „In den erlebnispädagogisch ausgerichteten Projekten lernen die Kinder auf spielerische Weise, woher ihre Nahrung kommt, was nachhaltige Landwirtschaft bedeutet und wie ein besserer Umwelt- und Klimaschutz funktionieren kann“, so Sander Hoogendam, Konzeptentwickler für Bildungsangebote in der Landwirtschaft bei der Jesus-Bruderschaft. Er hat das Gnadenthaler Projekt erarbeitet gemeinsam mit Sebastian Stenzel, Hausleiter des Nehemia-Hofs, der Jugendbildungsstätte der Jesus-Bruderschaft. „Mit der Förderung dieses Wissens wollen wir einen Beitrag leisten zum nachhaltigeren Konsumverhalten der Bürger und Verbraucher der nächsten Generation. Außerdem sollen die Schüler Kompetenzen entwickeln, um die gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Generation mitzugestalten, insbesondere Probleme einer nicht nachhaltigen Entwicklung erkennen und möglichst selbst Ideen entwickeln um gegenzusteuern.“

Jutta Ebersberg, Vorstandsvorsitzende der Jesus-Bruderschaft, stellte die ökumenische Kommunität und ihre Arbeit kurz vor: „Seit 50 Jahren lebt die Jesus-Bruderschaft im Kloster Gnadenthal – mit zölibatär lebenden Brüdern und Schwestern, mit Familien, einer dezentralen Weggemeinschaft und der Gnadenthaler Jugendgemeinschaft, das Ganze konfessionsverbindend.“ Das Motto sei „Versöhnte Vielfalt“. Seit einem Jahr läuft die von LEADER geförderte Projektstelle von Sander Hoogendam als Konzeptentwickler für Bildungsangebote in der Landwirtschaft. Als rein landwirtschaftlicher Produktionsbetrieb war das Hofgut dauerhaft nicht wirtschaftlich zu betreiben. Man hätte mindestens doppelt oder dreifach so viele Kühe gebraucht und auch doppelt so viel Land – das war aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Mit der Ausweitung der Bildungsarbeit und der Erschließung touristischer Potenziale sei eine langfristige Sicherung des Betriebes ermöglicht worden. Die große Nachfrage nach den Angeboten zeigt, dass Interesse und Bedarf in der Region bestehen. „Ein Bespiel für das Besondere an Gnadenthal unter vielen anderen Angeboten ist“, so Jutta Ebersberg, „dass Kinder hier im Hofgut selbst Hand anlegen können. Sie dürfen die Kühe direkt anmelken – das gibt es weder auf einem Schulbauernhof mit einer Musterkuh noch auf einem Hof mit 200 Kühen.“ Für all das ist Gnadenthal wie ein Markenzeichen in weiten Teilen Hessens und darüber hinaus bekannt und beliebt.

Fakten
Das Hofgut Gnadenthal ist ein seit 1993 zertifizierter Bioland-Betrieb. Er bewirtschaftet 92 Hektar Land. 40 Milchkühe mit Nachzucht bilden die Basis des Betriebs. Sie leben in einem offenen Liegeboxenlaufstall, ihr Futter wird auf den umliegenden Feldern angebaut. Die Milch wird an die Upländer Bauernmolkerei geliefert. Zudem gibt es auf dem Hof acht so genannte Bildungsschafe.
Der Hof hat 2019 bereits 33 geförderte Klima-Hofführungen durchgeführt und bietet auch Projekttage, Projektwochen und Klassenfahrten an. Themenschwerpunkte: Getreideanbau, Milcherzeugung, Obstanbau, Erkundungen im Wald und am Bach, alles rund ums Schaf inklusive Wollverarbeitung. Die Besichtigung ist für verschiedene Altersstufen möglich.

Landwirtschaft und Klimaschutz
Der Termin in Gnadenthal zeigt, wie Landwirtschaft und Klimaschutz ineinandergreifen und welche Bedeutung eine nachhaltige Landwirtschaft hat, wie einzelne Produktionsschritte das Klima beeinflussen und wie regionale Produktion auch zum Klimaschutz beitragen kann.
Die Landesregierung arbeitet Seite an Seite mit den Landwirtinnen und Landwirten für eine gute Zukunft der hessischen Landwirtschaft. Das zeigt auch der Zukunftspakt Hessische Landwirtschaft, den die Hessische Landesregierung gemeinsam mit 27 Verbänden und Institutionen erarbeitet hat. Bei der Entwicklung der hessischen Strategie für eine nachhaltige Landwirtschaft werden alle Bauern und Bäuerinnen beteiligt.
Die Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die hessische Landwirtschaft so zu unterstützen, dass sie die wachsenden Anforderungen des Umwelt-, Klima- und Tierschutzes erfüllen kann und dabei gleichzeitig ihre wirtschaftliche Produktionsfähigkeit erhält. Mit dem HALM-Programm werden beispielsweise Landwirtinnen und Landwirte entlohnt, die einen Beitrag zur Wahrung und Förderung der Biologischen Vielfalt, des Schutzes von Klima, Wasser und Boden sowie der Erhaltung der Kulturlandschaft leisten. 2020 werden insgesamt circa 45 Millionen Euro dafür ausgezahlt werden.


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Autor*in


Gundula Stegemann

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