Pressespiegel:

„Entdeckertage im Advent“

Gnadenthal. Schafe gehören zu Advent und Weihnachten wie selbst gebastelte Weihnachtsbaumanhänger zum Weihnachtsbaum. Doch wo stehen Schafe eigentlich im Winter? Frieren sie? Was machen sie den ganzen Tag über? Und wie fühlt sich so ein Schaf überhaupt an? Fragen über Fragen… – All das haben Kinder zwischen fünf und zehn Jahren im Nehemia-Hof der Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal bei den „Entdeckertagen im Advent“ erkundet und hatten dabei jede Menge Spaß – und zum Schluss sogar als Andenken für diesen erlebnisreichen Nachmittag einen selbst gefilzten Anhänger für den Weihnachtsbaum daheim.
Auf Gruppen verteilt und unter Einhaltung aller Corona-Hygiene-Maßnahmen beschäftigten sich die einen draußen mit den Schafen, während die anderen Kinder im Nehemia-Hof Adventsschmuck bastelten.
Aufmerksam lauschten die Kinder den Ausführungen von Sebastian Stenzel, Leiter der Umweltbildung im Kloster Gnadenthal, der ihnen vom Leben der Schafe berichtete. So erfuhren die die kleinen Entdecker, dass die wilde Form oder die Urform vom Schaf das Mufflon ist – bis es vom Menschen gezähmt und domestiziert, also fortan als Nutztier gehalten wurde. Bei der Zucht wurden und werden dann gewünschte Eigenschaften verstärkt und unerwünschte vermindert. Deshalb gibt es heute Schafrassen mit besonders hochwertiger Wolle, Schafe die besonders viel Fleisch haben und Schafe, die viel Milch geben. Bei einigen Schafrassen wurden die Hörner weggezüchtet. Damit die Kinder eine Vorstellung davon entwickeln konnten, wie ein Horn ausschaut und sich anfühlt, wurde ein solches herumgereicht und jedes Kind durfte es in die Hand nehmen. In Gnadenthal lebt das so genannte Rhönschaf, erfuhren die kleinen Entdecker, die einzige Rasse, bei der Kopf und Beine unterschiedlich gefärbt sind.
„Wasser ist das Elixier des Lebens“, erklärte ihnen Sebastian Stenzel, auch für die Schafe. Sechs Literflaschen schlürft so ein Schaf am Tag locker weg. Und was fressen sie? „Heu“, erklärt Sebastian Stenzel. „Und Heu ist getrocknetes Gras – kein Stroh. Stroh ist der Halm vom Getreide und dient als Einstreu, nicht jedoch als Futter.“ Schafe sind Wiederkäuer, erfuhren die Kinder außerdem, und Herdentiere. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie daher mit Fressen und Wiederkäuen – und zwar alles in Gemeinschaft. Dann hielt Sebastian Stenzel den Kindern einen Mörtelkübel voll Heu hin. „Na, wie viele Schafe werden davon satt an einem Tag?“, fragte er in die kleine Runde. „Sechs bis acht Schafe?“, schätzten die Kinder. Ein Mädchen war mit „zwei“ dicht dran. Tatsächlich reicht das gerade mal für ein Schaf. „Wir Menschen können Gras nur schwer verdauen“, erklärte Sebastian Stenzel. „Das Schaf hat dafür einen Trick parat. Zum einen hat es vier Mägen – wir Menschen haben nur einen. Zum anderen kaut es grobe, schwer verdauliche Futterteile einfach ein zweites Mal gründlich durch. Es ist nämlich ein Wiederkäuer.“
Nach der Theorie folgte die Praxis: Auf dem Weg zur nahegelegenen Weide vertrieben sich die Kinder die Zeit bei einem Spiel: Sebastian Stenzel als Schäfer und sie blökten wie die Schafe. An der Weide angekommen waren alle wieder schön leise, um die Schafherde nicht zu verschrecken. „Denn wenn die Kinder ruhig sind, werden es die Schafe auch“, erklärte Sebastian Stenzel. Und das ist schließlich die Voraussetzung dafür, dass die Schafe Vertrauen fassen und die Kinder zu sich lassen. Mit einem Eimer voll Hafer ließen sich die Schafe zu gern anlocken. Vor allem das Schaf „Kuschel“ genoss die Zeit mit den Kindern. Es ließ sich zu gern durchkraulen. Die Kinder fanden es toll, Kuschel auch.
Überrascht waren die Kinder vor allem darüber, dass die Schafe auch bei miesem Herbstwetter draußen auf der Weide nicht nur stehen, sondern sogar dort schlafen. Als sie die Schafe anfassen, mit ihnen kuscheln und sogar auch mal richtig in die Wolle fassen durften, merkten sie, dass die Haut der Schafe unter der Wolle schön warm und trocken ist. Da es genieselt hat, wurde das Fell außen feucht, aber drunter auf der Haut war das Schaf noch immer warm und trocken. Fazit: Schafe haben ihren Regenmantel immer dabei – so lässt sich auch der kalt-nasse Spätherbst aushalten. Von Dezember bis April stehen die Schafe im Stall, da in diesen Monaten auf den Wiesen kein Gras wächst. Deshalb muss dann zugefüttert werden. Der Stall bleibt jedoch offen, da die Schafe durch ihr Fell vor Nässe und Kälte ja geschützt sind, wie die Kinder dann schon wussten.
Äußerst ungern verabschiedeten sich die Kinder von der Herde und vor allem von „Kuschel“, das selbst auch die Streicheleinheiten der Kinder gern weiterhin genossen hätte.
„Spannend, was man aus Wolle alles machen kann“, stellten die kleinen Entdecker fest. Denn das probierten sie im Nehemia-Hof aus, wo sie sich unter Anleitung von Laura Thiel, begleitet von fröhlichen Weihnachtsklängen, kreativ austoben konnten: beim Trockenfilzen. Die Biologin und pädagogische Mitarbeiterin zeigte ihnen, wie sie mit Plätzchenformen aus Wolle tolle Deko-Anhänger für den Weihnachtsbaum daheim fertigen können. So ging auch dieser schöne Adventsnachmittag leider zu Ende. Stolz über die wunderschönen Bastelergebnisse konnten die Kinder es kaum erwarten, ihre Sterne, Herzen und Mondfiguren den Eltern beim Abholen vorzuzeigen. Auch für die war während des Nachmittags gut gesorgt: Die hatten sich währenddessen im Pavilloncafé aufgewärmt und sich die Zeit mit angeregten Unterhaltungen vertrieben.
Wegen der hohen Nachfrage ist fürs kommende Jahr eine Fortsetzung der Entdeckertage geplant.

Die aktuellen Angebote für den Advent finden Sie unter:
www.klostergnadenthal.church-events.de

Und alle Termine für die neuen Kurse im Frühjahr:
Alle Informationen zur Kids-Farm und Singing Kids-Farm


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Autor*in


Gundula Stegemann

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